„Mit Entscheidungen, die ihnen von außen vorgegeben werden, können die Menschen nur mit Misstrauen reagieren“ (Frank Claus, Mediator)
Die Energiewende ist eine große Herausforderung für Gemeinden, Landkreise, kommunale Energieversorger und ortsansässige Unternehmen. Neue Strukturen und Formen der nachhaltigen Energieerzeugung und sicheren Energieversorgung sind notwendig. Die Energiewende findet vor allem dezentral statt, vor Ort und in einer Region. Sie kann aber nur gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger aktiv mitgenommen werden und die Vorteile für den Einzelnen, für die Gemeinde und für die Region aufgezeigt werden. Es geht um Wertschöpfung und letztlich die Chance, durch die erneuerbaren Energien langfristig Ausbildung, Entwicklung und Arbeitsplätze – also die Zukunft einer Region zu sichern.
Viele Projekte drohen jedoch schon in der Vorplanungsphase zu scheitern, weil die Bürgerinnen und Bürger sich nicht richtig und rechtzeitig informiert fühlen und sich Misstrauen und Widerstand regt: Wer gewinnt bei diesem Projekt? Wer wird durch das Projekt benachteiligt? Welche Interessen stecken tatsächlich dahinter? In einer Bürgerinitiative organisiert, können die Bürgerinnen und Bürger ihre Interessen besser in der Öffentlichkeit vertreten und hoffen, ihre Position durchzusetzen. Zahlreiche demokratisch zustande gekommenen Planungsverfahren münden so jedoch in langwierigen Konflikten mit oft verhärteten Fronten und ziehen erhebliche Kosten nach sich.
Kommunikation und Bürgerbeteiligung bei Energie- und Umweltprojekten sind die beste Voraussetzung für ein Gelingen. Die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sollte daher ausgetretene Pfade verlassen und sich nicht auf gesetztlich vorgeschriebene Vorgaben beschränken. Ideal ist es, wenn von Anfang an ein gemeinsamer Weg beschritten wird, wenn Transparenz und Offenheit den Umgang miteinander prägen.
„Die Kommune sollte schon weit vor Beginn des ordentlichen Planverfahrens eine strategische Bürgerbeteiligung mit professioneller Unterstützung einplanen. Ideal ist es, wenn ein Projekt für erneuerbare Energien auch möglichst wirtschaftliche Vorteile für die Bürger bietet, z.B. direkt durch den Erwerb von Anteilen mit guter Rendite”, so Evelyn Villing von brainding.
Akzeptanz und Zustimmung für Anlagen der erneuerbaren Energien sind stark von Lebensstilen und den damit verbundenen Interessen in einer Region abhängig. Daher gilt es, die Situation vor Ort zunächst zu analysieren und daraus ein maßgeschneidertes Verfahren zu entwickeln. Das Ziel ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten – und das ist möglich!
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